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Ein Volksfeind

nach Henrik Ibsen mit Motiven von Aristophanes u.a.

Am Vorabend der Kommunal- und Europaparlamentswahlen in Brandenburg widmet sich am Staatstheater Cottbus Schauspieldirektor und Regisseur Jo Fabian einem Klassiker des politischen Theaters und bringt „Ein Volksfeind“ nach Henrik Ibsen auf die Bühne des Großen Hauses.

Das Brüderpaar Thomas und Peter Stockmann prägt seinen Heimatort. Der eine ist als Badearzt an Aufbau und Betrieb der Kuranstalt beteiligt, der andere lenkt als Bürgermeister die Stadtgeschicke. Als Thomas Krankheitserreger im heilenden Wasser entdeckt, will er dies an die Öffentlichkeit bringen. Die Stadtgesellschaft stärkt ihm den Rücken. Doch als Peter Bedenken über den Ruf des Ortes geltend macht, dreht der Wind. Plötzlich stehen wirtschaftliche und politische Interessen über der Wahrheit, der Kurstatus über dem Gewissen, Karrieren über Menschlichkeit. Thomas wird vom Helden der Gemeinschaft zum Ausgestoßenen.

Fabian verlegt Ibsens Naturalismus des ausgehenden 19. Jahrhunderts etwa 2500 Jahre zurück: Das Kurbad wird zum antiken Tempel als Verweis auf die Anfänge der Demokratie. Es gilt zu untersuchen, wieviel Wert der Mehrheitsentscheid als Mittel der politischen Vernunft hat. Was taugt die Herrschaft des Volkes, wenn die Masse zur Unvernunft neigt?

Wie bereits bei der für den „Faust“-Theaterpreis 2018 nominierten Inszenierung „Onkel Wanja“ arbeitet Jo Fabian wieder mit Ausstatterin Pascale Arndtz zusammen. Die Fassung für diesen Cottbuser „Volksfeind“ stammt vom Dramaturgen Lukas Pohlmann. Er nutzt neben dem Stücktext von Ibsen auch Texte und Motive anderer Epochen, denn zur Inszenierungskonzeption gehört auch die Beschäftigung mit der Rolle der Frauen in der Demokratiegeschichte.

Es spielen: Sophie Bock, Josephine Fabian, Sigrun Fischer, Lucie Thiede, Susann Thiede, Lena Sophie Vix; Michael von Bennigsen, Rolf-Jürgen Gebert, Gunnar Golkowski, Amadeus Gollner, Thomas Harms, Boris Schwiebert, Axel Strothmann

PREMIERE Samstag, 25. Mai 2019, Großes Haus

 

 

 

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