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Presse

Pressematerial Spielzeit 20.21

Pressekonferenz am 2. Sep. 2020, Großes Haus

Pressemappe zum Download:
Spielzeitheft 20.21
Prolog
Presseinformation zur Spielzeit 20.21
Neu am Staatstheater Cottbus
Premieren
Konzerte
Besondere Formate
Bildmaterial + Datei mit Bildunterschriften und Copyrights
(das Bildmaterial befindet sich zur Ansicht und zum Download unter dem nachfolgenden Text)

 

 

Die Spielzeit 20.21 am Staatstheater Cottbus

Mit Beginn der Spielzeit 20.21 hat am Staatstheater Cottbus Stephan Märki als Intendant und Operndirektor die künstlerische Leitung übernommen. Ihm zur Seite steht Iris Dönicke als neue Geschäftsführende Direktorin.

Zum Team gehören Schauspieldirektorin Ruth Heynen und Jasmina Hadžiahmetović, Oberspielleiterin im Musiktheater – beide ebenfalls neu am Haus – sowie Ballettdirektor Dirk Neumann und Generalmusikdirektor Alexander Merzyn. Als Hausautor produziert Armin Petras in Schauspiel und Musiktheater in den nächsten fünf Spielzeiten regelmäßig Stücke und Inszenierungen.

Für die Spielzeit 20.21 geplant sind 18 Premieren, acht Philharmonische Konzerte, zahlreiche Sonder-, Familien-, Schul- und Kammerkonzerte sowie zwei Konzertgastspiele. Mit 18 Aufführungen gastieren Musiktheater und Ballett im Rahmen des Brandenburgischen Theater- und Konzertverbunds in Potsdam, Frankfurt/Oder und Brandenburg an der Havel.

Neue diskursive Formate und internationale künstlerische Handschriften stehen im Zentrum der Neuausrichtung des Vierspartenhauses. Zugleich knüpft das Programm an alte Traditionen an. In den Premieren und Sonderformaten geht es um die Bedingungen, die Herausforderungen des zivilisatorischen Prozesses, um Strukturwandel, Klimawandel, den Zusammenbruch politischer Systeme, kurz: um die Frage, wie wir heute und in Zukunft leben wollen und welche Konflikte es in diesem Miteinander auszutragen gilt.

So bunt und vielfältig wie die Produktionen der neuen Spielzeit, so bunt und vielfältig kommt der neue Außenauftritt des Staatstheaters daher: vier Sparten, vier Sterne, vier Farben.

Eröffnungswochenende
Die offizielle Eröffnung der Saison gestalten die Sparten des Staatstheaters gemeinsam: Ballett, Schauspiel, Musiktheater und Philharmonisches Orchester präsentieren sich vom 23. bis 25. Oktober in drei Premieren. Mit „Nur ein Wimpernschlag“ wendet sich Choreograf Oliver Preiß im Ballett den essentiellen menschlichen Empfindungen zu: Verzweiflung, Freude, Tod, …

Im Schauspiel beginnt die Saison mit einer Bearbeitung von Ines Geipels heftig diskutiertem Buch „Umkämpfte Zone“. Die Autorin schildert anhand ihrer Familiengeschichte die Ambivalenz der „Generation Mauer“. Mit großem Ernst, aber auch viel Leichtigkeit fügt Armin Petras der Inszenierung, an der auch der BürgerSprechChor teilhat, seinen eigenen, nach vorn gerichteten Blick hinzu.

Im Musiktheater inszeniert die Regisseurin Andrea Moses mit „Mazeppa“ eine selten gespielte Oper von Pjotr I. Tschaikowski. Die Geschichte um den opportunistischen Kosakenanführer Mazeppa wird in ihrer Lesart zur zeitlosen Fabel vom Zusammenbruch politischer Systeme, von Schock und Chance gesellschaftlicher Umwälzungen, alten Wunden und der Rolle der Massen.

Spezial zur deutschen Einheit
Zum 3. Oktober zeigt das Haus ein „Spezial zur Deutschen Einheit“. Ein Festkonzert eröffnet die Veranstaltung, die anschließend in das Theaterspektakel „Anmut sparet nicht noch Mühe!“ übergehen wird, das kaleidoskopisch auf das Wendejahr 1989/90 zurückblickt und mit theatralen Mitteln wichtige Stationen dieser einzigartigen Zeit Revue passieren lässt. Dabei werden in verschiedenen Räumen des Theaters – bei gutem Wetter auch auf dem Schillerplatz – tänzerische, musikalische und schauspielerische Miniaturen das Lebensgefühl dieser Epoche erlebbar machen – und zum Nachdenken über mögliche Perspektiven für unsere gemeinsame Zukunft anregen.

Das Schauspiel wendet sich grundsätzlichen Fragen des Einzelnen im staatlichen und sozialen Kontext zu: In „Antigone Neuropa“, einem Crossover zwischen Installation, Schauspiel, Tanz und Musik, begehen der luxemburgische Künstler Filip Markiewicz und Schauspieldirektorin Ruth Heynen in Kooperation mit dem Lausitz Festival am 3. und 4. Oktober im Hangar 5 die deutsch-deutsche Einheit als europäisches Moment. Mit internationalen Choreografen, Komponisten, dem Schauspielensemble, Lars Neugebauer und N.U. Unruh fragen sie nach dem Wesen von persönlichem und staatlichem Recht, von Überlieferung und Zukunftsvision.

Das Jubiläum ist zugleich Auftakt der „Brandenburgischen Gespräche“: Viermal pro Saison, jeweils am Montagabend, veranstaltet das Staatstheater in Koproduktion mit rbb Kultur und als Kooperation mit der Lausitzer Rundschau eine Diskussionsrunde im Großen Haus mit überregional bekannten Gästen aus Kunst, Literatur, Wissenschaft und Politik. Geleitet wird die Gesprächsrunde von Natascha Freundel, rbb-Kulturredakteurin, und Philipp Tingler, Schriftsteller, Philosoph und Literaturkritiker des SRF-Literaturclub sowie Jurymitglied des Ingeborg Bachmann-Preises. Gäste sind bei der ersten Ausgabe am 2. Oktober der Zeithistoriker Ilko-Sascha Kowalczuk und die Psychoanalytikerin Annette Simon.

Zur Gesprächsreihe „30 Jahre Deutsche Einheit“ lädt das Staatstheater verteilt über das Jahr in Kooperation mit dem Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst (BLMK) und der neuen Bühne Senftenberg ein, u.a. mit Ines Geipel.

 

Das Programm

Schauspiel
Zum Auftakt fragen Filip Markiewicz und Ruth Heynen mit dem international besetzten Crossover „Antigone Neuropa“ nach der Stellung des Einzelnen in Staat und Gesellschaft. Der Regisseur und Hausautor Armin Petras eröffnet die Saison mit der Inszenierung von „Umkämpfte Zone“, seiner Bearbeitung des heiß diskutierten, gleichnamigen Buchs von Ines Geipel.

Der dänische Regisseur Jonas Corell Petersen widmet sich mit „Knochen“ der Zivilisationsgeschichte des Menschen und hinterfragt in einer skurrilen Zeitreise Grundannahmen gesellschaftlichen Zusammenlebens. Die österreichische Regisseurin Angelika Zacek kehrt mit einer ins Heute versetzten, bitterbösen „Tartuffe“-Version von PeterLicht ans Staatstheater Cottbus zurück. Die Produktion „WIR“ im BLMK nimmt den Klimawandel in den Blick: Die junge luxemburgisch-belgische Regisseurin Renelde Pierlot erzählt von unserer ökologischen Mitverantwortung, wobei das Publikum auf montierten Fahrrädern für Beleuchtung sorgt. Den Grenzen des Bekannten nähert sich die ungarische Regisseurin Blanka Rádóczy mit Lems „Solaris“, die Regisseurin Ulrike Müller untersucht zur Weihnachtszeit mit Lindgrens Familienstück „Mio, mein Mio“ Fremdsein und Aufbruch. In „Zorro/Wonder Woman“ zeigt der italienische Regisseur und Direktor der Biennale Teatro in Venedig Antonio Latella zwei ungewöhnliche Held*innen und fragt nach dem Wesen der Gemeinschaft.

In Kooperation mit dem Lausitz Festival öffnen der russische Theater- und Filmregisseur Boris Yukhananov und Ruth Heynen das Theater für das Prozessuale. Gemeinsam mit dem Schauspielensemble erobern Studierende der Filmuniversität Babelsberg sowie der Brandenburgisch-Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) mit dem Projekt „Catabasis. Dämonen“ frei nach Dostojewski Bühne und Stadtraum, während Yukhananov ihre Arbeit über die gesamte Spielzeit kommentierend begleitet. 

Musiktheater
Mit „Mazeppa“, „Carmen“, „Die lustige Witwe“ und „Salome“ sind vier große Premieren im Musiktheater Werken aus dem 19. Jahrhundert gewidmet. Es ist gerade diese Epoche, in der das Verhältnis zwischen den Ansprüchen des Individuums und jenen der Gesellschaft immer wieder neu verhandelt wird – meistens mit tödlichen Folgen für das Individuum. Unterschiedliche Interessen gegeneinander abzuwägen, ist auch für unsere Zeit ein hochaktuelles Thema, wobei die Konflikte pluralistischer, diverser geworden sind. Diese Parallele ist einerseits ein idealer Anknüpfungspunkt für ein politisches Musiktheater wie Andrea Moses es vertritt, die mit „Mazeppa“ eine selten gespielte Oper von Tschaikowski als Parabel auf korrupte Machtbestrebungen präsentiert; sie lässt aber auch psychologische Charakterzeichnungen und ästhetische Kunsträume zu, wie es für „Salome“ oder „Carmen“ naheliegt. Gleichzeitig gelingt von hier aus ein Bogenschlag zu den Uraufführungen und neuen Formaten im Musiktheater. So erarbeitet Intendant Stephan Märki eine neue Fassung seiner Berner „Carmen“ speziell für Cottbus, die den Stoff in seiner existentiellen Tiefe auslotet. Mit Monteverdis „L’Orfeo“ geht es zurück zu den Anfängen der Oper im 17. Jahrhunderts, wobei die Partitur zeitgemäß bearbeitet wird. Jasmina Hadžiahmetović zeigt mit Richard Strauss‘ Skandaloper „Salome“ nach ihrem erfolgreichen „Fliegenden Holländer“ 2019 ihre zweite Inszenierung am Staatstheater, während der Regisseur Felix Seiler „Die Lustige Witwe“ von Franz Lehár als politische Satire auf eine Bananenrepublik inszeniert.

Basierend auf dem Rechercheprojekt von Jürgen Berger widmet sich Regisseur Ludger Engels mit „Alzheim“ einem Thema, das in unserer Gesellschaft immer mehr an Bedeutung gewinnt. Die Perspektiven von Alzheimerkranken und deren Angehörigen werden hier mit wissenschaftlichen Erkenntnissen verwoben.

Die Kinderoper „Das Welttierparlament“ stellt Fragen nach Artensterben, Klimawandel und den Schwierigkeiten einer modernen Protestkultur.

Ballett
Die neue Choreografie von Oliver Preiß geht spielerisch mit den Corona- Beschränkungen um. In seinem Ballettabend „Nur ein Wimpernschlag“ werden ausschließlich Solos getanzt. Kontakt besteht nur auf Distanz.

Mit „Straw!nsky“ zeigt das Ballett eine aufgrund der Corona-Pandemie verschobene Produktion der letzten Spielzeit. Der Abend kombiniert eine Choreografie von Adriana Mortelliti auf Strawinskys „Petruschka“ mit Nils Christes Ballett zur Musik von „Le Sacre du printemps“. Dazwischen blitzt ein kurzes Intermezzo auf: „Piano Rag Time + Tango“, choreografiert von Uwe Scholz, dem früh verstorbenen Ballettdirektor der Leipziger Oper.

Konzerte
Die Philharmonischen Konzerte tragen in dieser Saison die Überschrift „Reform und Revolution“. Das ist politisch gemeint, umfasst aber auch Bereiche der Kunst- und Musikgeschichte, den Einfluss moderner Technik auf die Musik, gesellschaftliche Utopien und das Wesen ästhetischer Innovation. Schostakowitschs Orchesterstück „Oktober“, Beethovens „Eroica“ und Bruckners 8. Sinfonie sowie ein Auftragswerk an den Komponisten Kaspar Querfurth (*1990) sind einige Höhepunkte der Spielzeit.

Mit einem Abend zu Thomas Manns „Doktor Faustus“ startet „Des Lebens wilder Kreis“, eine neue Reihe mit Pianist Michael Abramovich und Schauspieler Nico Delpy, die Musik und Literatur wechselseitig verbindet.

In zehn Kammerkonzerten pflegen Orchestermusiker*innen das intime Zusammenspiel in kleinen Formationen und bieten ein abwechslungsreiches Programm von Armenien bis an die brasilianische Copacabana, von Johann Sebastian Bach bis Zoltán Kodály.

Auch die Singakademie Cottbus e.V. gestaltet zahlreiche Konzerte und wirkt nicht zuletzt bei einem Barockfestival in der zweiten Hälfte der Spielzeit mit, das sich um die Premiere von „L’Orfeo“ rankt. Einen musikalischen Einstieg in den Feierabend bieten in entspannter Lounge-Atmosphäre die neuen Feierabendkonzerte im Alten Stadthaus.

Partizipative Formate und Education
Mit partizipativen Projekten, Gesprächsreihen, Lesungen und zahlreichen Sonderformaten sucht das Staatstheater verstärkt den Kontakt zum Publikum. Ein besonderes Anliegen ist die Kinder- und Jugendarbeit. Die Tradition der Mini- und Muckikonzerte wird fortgeführt, ebenso die moderierten Konzerte für Schüler*innen und Familien. Dazu gibt es diverse Zusatzangebote für junge Leute, Lehrer*innen und Eltern. Im generationenübergreifenden Projekt „Lebensrhythmen“ können Menschen aller Altersgruppen gemeinsam mit der Percussionistin und Performerin Robyn Schulkowsky und dem Dramaturgen Patric Seibert einen biografisch-musikalischen Abend gestalten, der besondere individuelle Geschichten zu einer großen Erzählung verdichtet.

Neue Formate in der Theaterscheune Ströbitz
Auch die Theaterscheune in Ströbitz wird mit neuen Formaten belebt. Eine Stummfilm-Varieté-Reihe in Kooperation mit ARTE bringt Laien und professionelle Musiker*innen zusammen – inklusive Rokoko-Kostümparty zum Fasching. Das Berliner Musiktheaterkollektiv glanz&krawall zeigt seine humorvoll-schrille Version der Suppé-Operette „Der Teufel auf Erden“ und in den „Weihnachtskatastrophen“ werden jüdische, russische und deutsche Winterbräuche zelebriert. Die Band des Schauspielensembles „Brennende Giraffen“ macht derweil kurzen Prozess mit starren Denkschablonen.

 

Beginn des Kartenverkaufs
Am 7. September 2020 beginnt der Kartenvorverkauf für die Spielzeit 20.21. Aufgrund der aktuellen Situation werden nur Karten für den September und Oktober 2020 verkauft. Ab diesem Tage gelten auch wieder die regulären Öffnungszeiten des Besucherservice: Montag und Samstag 11 bis 14 Uhr und Dienstag bis Freitag 11 bis 18 Uhr. Bis 6. September ist der Besucherservice zu folgenden Zeiten telefonisch erreichbar: Dienstag bis Freitag 11.00 Uhr bis 15.00 Uhr.

 

 

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