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Presse

SHAKESPEARES SONETTE

Ein Ballettabend von Jörg Mannes
Uraufführung

Choreografie / Videodesign: Jörg Mannes
Bühne: Hans-Holger Schmidt nach einer Idee von Jörg Mannes
Kostüme: Rosa Ana Chanza Hernandez
Dramaturgie: Patric Seibert-Wolf

In der Choreografie von Jörg Mannes interpretiert das Ballettensemble die wohl mysteriösesten Gedichte der Weltliteratur mit Musik des deutsch-iranischen Komponisten Arash Safaian und von Nils Frahm.

 In dieser Inszenierung, die unter dem Zeichen der Pandemie entstand, arbeitet Jörg Mannes stark mit modernster Videotechnik. Angesichts der Einschränkungen, welche die Anzahl der Tänzer*innen auf der Bühne sowie die gebotenen Abstände betreffen, ist dies ein eindrucksvolles und adäquates Mittel, um den Bühnenraum zu erfüllen, körperliche Nähe, Präsenz und Unmittelbarkeit herzustellen. Dabei setzt er das Video nicht nur unterstützend, sondern als eigenständige, meisterhaft beherrschte Kunstform ein. Mal abstrakt, mal sehr konkret, definiert das Video die Räume und die Stimmungen, greift mitunter in die Tanzhandlung ein und wird so zum vollwertigen Partner der Tänzerinnen auf der Bühne. Möglich macht das die verbesserte Videotechnik am Staatstheater, die in letzter Zeit durch zwei neue lichtstarke Beamer verstärkt wurde, so dass in dieser Inszenierung insgesamt vier Beamer zum Einsatz kommen.

Von William Shakespeares Sonetten weiß man mit letzter ­Sicherheit erstaunlich wenig: weder, wann sie verfasst wurden, noch in welcher Reihenfolge und ob jene, die wir kennen, wirklich authentisch sind. Wir wissen weder, wer dieser Mann, den wir Shakespeare nennen, wirklich war, noch, wer sich hinter jenem „Master W. H.“ verbirgt, dem die 154 Gedichte zugeeignet sind. Fest steht jedoch, dass die Erstausgabe von „Shake-Speares Sonnets“ im Jahr 1609 in London erschienen ist. In jener Zeit wütete die Pest in der Stadt und zwang auch die Theatermacher ins „Homeoffice“, denn alle Schauspielhäuser waren geschlossen.

Zeitlos ist der Inhalt des geheimnisvollen Werks: Immer wieder besingt der Dichter einen jungen faszinierenden Mann oder die mysteriöse „Schwarze Dame“ tritt in Erscheinung. Es entspinnt sich feinstes literarisches Liebes- und Lustgewebe, in dem sich die Leser*innen seit Jahrhunderten verfangen.

Gemeinsam mit Choreograf Jörg Mannes wagen nun die Cottbuser Tänzer*innen eine körperliche Interpretation der Liebespoeme, die sich hier nicht mittels ihrer Sprachgewalt, sondern nur durch den Tanz manifestieren.

Es tanzen:
Alessandra Armorina, Emily Downs, Andrea Masotti, Annalisa Piccolo, Denise Ruddock, Venira Welijan, Alyosa Forlini, Stefan Kulhawec, Mario Barcenilla Rubio, Simone Zannini

Choreograf Jörg Mannes wurde in Wien geboren. Mit acht Jahren begann er eine Ausbildung zum klassischen Tänzer an der Ballettschule der Wiener Staatsoper, die er in Monte Carlo, London und New York komplettierte. 1985 wurde er Mitglied des Balletts der Wiener Staatsoper. 1991 ging er als Solotänzer zu Heinz Spoerli an die Deutsche Oper am Rhein. Jörg Mannes tanzte u.a. in Choreografien von Frederick Ashton, George Balanchine, John Cranko, William Forsythe, John Neumeier, Rudolf Nurejev, Heinz Spoerli und Hans van Manen.

Sein Debüt als Choreograf gab Mannes 1994 in Düsseldorf. Seine Karriere in dieser Profession führte ihn dann u.a. nach Montréal, Indianapolis und an das Bolschoi Theater Moskau, an das Badische Staatsballett Karlsruhe und das Bayerische Staatsballett München. 2001 bis 2004 war Jörg Mannes Chefchoreograf am Stadttheater Bremerhaven und von 2004 bis 2006 in der gleichen Position am Landestheater Linz, bevor er von 2006 bis 2019 als Ballettdirektor an der Staatsoper Hannover wirkte.

Nach dreizehn erfolgreichen Jahren in Hannover und fast 30 abendfüllenden Balletten choreografiert Jörg Mannes nun für Ballettcompagnien und Tanzensembles auf der ganzen Welt. Das Ballett „Shakespeares Sonette“ ist seine erste Arbeit für das Staatstheater Cottbus.

Die Kostümbildnerin Rosa Ana Chanza Hernandez wurde in Valencia, Spanien, geboren und studierte klassisches Ballett am Conservatorio Superior de Danza de Valencia sowie modernen Tanz an der Rotterdam Dance Academy. Nach Engagements als Solistin in Spanien und den Niederlanden tanzte sie seit der Spielzeit 1999/2000 am Theater Dortmund, wo sie 2012 ihre Karriere beendete. Seither arbeitet sie als erfolgreiche Kostümbildnerin für Film, Theater und Werbung.

(Stand: 18. Juni 2021)

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