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SOLARIS

Nach dem Roman von Stanisław Lem
Deutsch von Irmtraud Zimmermann-Göllheim, in einer Fassung von Blanka Rádóczy und Natalie Baudy

„Solaris“ ist die Adaption des gleichnamigen Romans von Stanislav Lem, der 1961 in Polen erschien und als eines der bekanntesten Werke der Science Fiction-Literatur gilt. Das Publikum folgt Kris Kelvin auf seiner Forschungsreise zur Raumstation auf dem Planeten Solaris. Als der junge Astronaut dort ankommt, erwarten ihn seine beiden Kollegen in aufgelöster, aber geheimniskrämerischer Stimmung. Erst als Kelvin selbst auf der Station Besuch von einer Frau aus seiner Vergangenheit erhält, versteht er, was die beiden so aufwühlt. Der Ozean, ein organisches Wesen, das den ganzen Planeten Solaris bedeckt, scheint auf unvorstellbare Weise mit ihnen zu kommunizieren. Was bedeutet das? Wie verhält man sich, wenn Kontakt zu einem nicht-menschlichen Wesen entsteht, dieser aber nicht entschlüsselbar ist?

Regisseurin Blanka Rádóczy wagt sich in diesem Stück an die Grenzen des Bekannten und Vertrauten. Sie zeigt den Science-Fiction Stoff als atmosphärische Begegnung zwischen dem Menschen und dem, was er nicht ergründen kann. Im Spiel mit der Wahrnehmung von Ich, Zeit und Raum erkundet sie mit ihrem Team und den Darsteller*innen jene Bereiche der menschlichen Existenz, in denen das Unerklärliche unseres Wollens, Denkens und Fühlens spürbar ist.  Die Gewinnerin des Publikumspreises beim Körberstudio 2017 inszeniert die Weltraumforscher als Suchende und Heimgesuchte.

Die Bühne wird abwechselnd in rotes und blaues Licht getaucht, das den Tag- und Nachtrhythmus des Planeten Solaris darstellt, der um eine rote und eine blaue Sonne kreist. Währenddessen zeigt der Ozean stimmungsvoll auf- und abschwellende Präsenz durch die eigens von Patrick Schäfer komponierte Musik.

Rádóczy lässt die Figuren durch formalisierte, fast choreographische Abläufe eine mal absurd, mal unheimlich surreal anmutende Welt darstellen. Dieser Ansatz wird dadurch verstärkt, dass in der neuen Bühnenfassung des Science Fiction-Klassikers die Figur der Harey durch drei Schauspielerinnen verkörpert und so zur mehrdimensionalen und un-menschlichen Erscheinung wird.

Der atmosphärische und spannungsgeladene Theaterabend macht die Faszination für mögliche Formen von außerirdischem Leben und Fragen nach den Grenzen des menschlichen Begreifens mitsamt ihrer schmerzlichen Unergründlichkeit erfahrbar.

Premiere: Samstag, 9. April 2022, 19.30 Uhr, Großes Haus

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