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Presse

ZORRO

Eine moderne Heldengeschichte von Antonio Latella
Uraufführung

Im Rhythmus unserer heutigen Welt tanzt ZORRO ernste Themen leichtfüßig.

Ein armer Mann, ein Polizist, ein Stummer und ein Pferd finden sich einer Art Niemandsland wieder, in dem es nur Platz für Konfrontation gibt. Sie sind Archetypen, die ständig ihre Rollen tauschen, wie in einem langen verbalen Tanz, einer Quadrille, in der jeder, der Reihe nach, den Platz des anderen einnimmt. Der arme Mann und seine beiden Begleiter, die auf jemanden warten, der vielleicht nicht kommt, streiten sich mit dem Polizisten über einige der grundlegenden Fragen des gesellschaftlichen Lebens: Die Einkommensverteilung, die soziale Ungleichheit, die Armut als Wahl oder aufgezwungene Bedingung, die Desillusionierungen durch den Fortschrittsmythos werden zum Gegenstand eines Dialogs zwischen scheinbar unversöhnlichen Charakteren, die nach und nach unweigerlich entdecken, dass sie sich ähnlich sind.

Im Hintergrund eine Gesellschaft, die ihre ursprüngliche Aufgabe von Gemeinschaft und Solidarität längst verloren hat, eine Ansammlung von Individualitäten, die, um sich selbst zu finden, vielleicht etwas Übermenschliches braucht, einen maskierten Helden mit übernatürlichen Eigenschaften, der die Probleme aller im Alleingang lösen kann.

Zorros Z verleitet die vier Schauspieler zu ihren Choreografien, denn darin verbirgt sich das Zeichen der Hoffnung, die Zukunft positiv zu beeinflussen, die es nur durch gegenseitige Akzeptanz und Verständnis geben kann.

Es spielen: Michele Andrei, Emilio De Marchi, Gunnar Golkowski, Markus Paul

Der italienische Regisseur Antonio Latella, von 2017 bis 2020 Leiter der Biennale Teatro Venedig und mit „Eine göttliche Komödie. Dante ‹ › Pasolini“ eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2020, macht aus „Zorro“ und „Wonder Woman“ zwei flirrende, wilde und unterhaltsame Karussellfahrten: Jeweils vier Figuren fliegen in den Himmel und mit jeder Drehung, jeder Quadrille, bekommen sie es mit Armut, Unterdrückung, Gerechtigkeit und der Möglichkeit einer Gemeinschaft zu tun: singend, lachend und verzweifelnd an sich und an der Welt.

Die Produktionen ZORRO und WONDER WOMAN sind in Solo- bzw. Doppelaufführungen zu sehen.

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