U
L
L

Schauspiel

1984

F

Stück von George Orwell

Bearbeitung: Alan Lyddiard

Der Superstaat Ozeanien wird beherrscht von einer diktatorischen Staatspartei, die sich um einen nie sichtbaren Big Brother formiert. Ihre Macht stützt sich auf Hass, Angst und ständige Überwachung. Winston Smith arbeitet als einfaches Mitglied dieser Partei im Ministerium für Wahrheit, wo er dokumentierte Geschichte an die Parteilinie anpasst. Jedoch wächst zunehmend sein Interesse an der nicht redigierten Vergangenheit sowie eine Sehnsucht nach (Gedanken-) Freiheit und Antworten auf seine unbequemen Fragen. Schließlich geht Winston eine intime und damit verbotene Beziehung zu der jungen, lebensfrohen Parteigenossin Julia ein. Dadurch bestärkt, vertraut er sich O’Brien, einem Mitglied der herrschenden Partei an und tritt so hoffnungsvoll mit einer geheimen Untergrundbewegung in Kontakt. Doch Big Brother entgeht nichts.

Orwells Roman „1984“ aus dem Jahr 1949 wird seither immer dann zitiert oder als „hoch aktuell“ bezeichnet, wenn Überwachungsmaßnahmen oder Machtverhältnisse kritisiert werden. Die Cottbuser Inszenierung von Andreas Nathusius untersucht den Stoff auf diese Aktualität: Wie weit sind wir in Zeiten von permanenter Datenerfassung und Berechenbarkeit durch Algorithmen von Orwells Dystopie entfernt? Was passiert mit uns, wenn digitale Innovationen, die unser Leben erleichtern, bereichern, beschützen oder vernetzbar machen, ebenso in falsche Hände geraten wie unsere dadurch abgeschöpften Daten? Wieviel Verantwortung tragen dabei Konzerne wie Google, Facebook und Co, wieviel der Staat und wieviel jeder Einzelne?

PREMIERE Samstag, 19. Januar 2019 | Großes Haus

Präsentiert von

Besetzung

Regie Andreas Nathusius
Bühne/Kostüme Annette Breuer
Video Thomas Lippick
Musik Felix Huber
Dramaturgie Wiebke Rüter
Regieassistenz/Bewegungstraining Romy Schwarzer
Einstudierung Bürgersprechchor Michael von Bennigsen
Julia Lisa Schützenberger
Winston Boris Schwiebert
O´Brien Gunnar Golkowski
Syme/Syme 2.0 Amadeus Gollner
Charrington Rolf-Jürgen Gebert
Die Prolls/Bürger*innen Damen und Herren des Bürgersprechchores

Hinweise

  • Dauer: 2:40 Std. mit Pause
Rezensionen
Bewertungen

Renate Marschall | Lausitzer Rundschau | 21.01.2019

„Wortgewaltig, mit zahlreichen Bezügen ins Heute – etwa wenn Leute vor der Kamera erzählen, wie sorglos sie mit ihren Daten im Internet umgehen, woher sie ihre Informationen zum Weltgeschehen beziehen – demonstriert Nathusius ‚Big Brother is watching you‘ […]. Es gab viel Beifall, vor allem für die wunderbare Schauspielerriege mit Lisa Schützenberger, Boris Schwiebert, Gunnar Golkowski, Amadeus Gollner und Rolf-Jürgen Gebert.“

Link zur vollständigen Rezension

Oliver Kranz | Kulturradio vom rbb | 21.01.2019

„Die Bühnenbildnerin Annette Breuer hat einen schönen Science-Fiction-Raum mit glatten grauen Wänden entworfen. An der Decke gibt es ein großes Auge, durch das das Geschehen gefilmt wird. Die Menschen bewegen sich steif – als wüssten sie, dass sie beobachtet werden. Sie sprechen mechanisch, denn jede Gefühlsäußerung könnte sie das Leben kosten. […] Erstaunlich ist, dass es dem Regisseur trotzdem gelingt, Hoffnung zu vermitteln. Im Verlauf der Inszenierung werden immer wieder Videos mit Interviews eingeblendet, in denen Menschen von heute berichten, wie sie soziale Netzwerke nutzen. Da ist anfangs viel Sorglosigkeit zu spüren. […] Aber am Ende kommen diese Menschen als Bürgerchor auf die Bühne und rücken das Bild zurecht. […] Das ist ein didaktischer, fast schon belehrender Schluss – aber eben auch ein Hoffnungszeichen, das mir gefallen hat. Bei George Orwell ist alles schwarz, doch in dieser Inszenierung gibt es noch etwas Licht …“

Link zur vollständigen Rezension

Bewertung abgeben

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sterne vergeben *
i
i
i
i
i

nach oben D