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Brandenburgische Gespräche

Gesprächsreihe im Staatstheater Cottbus

Theater sind Räume für öffentlichen Austausch. Wir möchten diesen Austausch mit einem Format fördern, das drängende Fragen unserer Zeit auf die Bühne bringt: Die Brandenburgischen Gespräche thematisieren, was unsere Gesellschaft bewegt, in dieser Region und weit darüber hinaus.

In dieser Spielzeit läuft die Reihe unter der Überschrift „Grenzenlose Identität“. Viele aktuelle Probleme zeigen sich in der Lausitz wie unter einem Brennglas: ökonomische Transformationen mit Energiewende und Klimawandel, das Miteinander verschiedener Kulturen, soziale Auseinander­setzungen und gesellschaftliche Konflikte, die nicht erst seit Corona deutlich werden – all diese Aspekte stellen grundsätz­liche Fragen danach, wie wir leben wollen.

Viermal im Jahr treffen Schriftsteller*innen, Künstler*innen, Wissen­schaftler*innen und andere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in offenen Dialogen aufeinander. Pointiert, unterhaltsam, provokativ, humorvoll. Der Auftakt wird moderiert von der rbbKultur-Redakteurin Natascha Freundel.

►DIE VERANSTALTUNG AM 10. MAI 2021 WIRD PER LIVESTREAM AUS DEM GROSSEN HAUS KOSTENFREI AUF DER WEBSITE DES rbbKULTUR SOWIE ÜBER DEN YOUTUBE-KANAL DES STAATSTHEATERS COTTBUS ÜBERTRAGEN.

Eine Koproduktion mit

 


in Kooperation
mit der

Termine & Themen

Freitag, 2. Oktober 2020 O FREIHEIT
Am Vorabend des 30-jährigen Jubiläums des Tags der Deutschen Einheit war der Zeithistoriker Ilko-Sascha Kowalczuk zu Gast. Thema des Abends ist die Frage, was Freiheit für den Einzelnen und die Gesellschaft bedeutet.

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Montag, 15. März 2021 O MACHT
Auf die Frage, was Freiheit für sie sei, antwortete die Jazz-Sängerin und Bürgerrechtsaktivistin Nina Simone: »keine Angst zu haben«. Doch Angst ist wieder auf dem Vormarsch. Angst ist gefährlich. Angst macht uns manipulierbar. Doch ist sie überwindbar. Das beste Beispiel dafür sind die Menschen in Belarus. Sie trotzen ihrer Angst für ihre Freiheit. Wie Menschen frei und friedlich leben können, sind Fragen politischer Macht und ihrer Legitimation. Mit zwei großen Experten für Macht und Freiheit, dem Politikwissenschaftler Jan-Werner Müller und dem Osteuropahistoriker Karl Schlögel, wurde ihnen auf den Grund gegangen.

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Montag, 12. April 2021 O GLEICHHEIT
Ist Gleichheit eine Utopie? Oder eine Dystopie? Was wäre gerecht? Und wie geht man dann mit etwas um, das sich nicht in den Griff kriegen lässt? In ihren Werken nutzen die Schriftstellerinnen Katja Lange-Müller und Terézia Mora oftmals den Humor, helfen ihren Figuren durch Komik und Witz aus Notlagen. Beide werden sich mit Natascha Freundel über Gleichheit und Ungleichheit unterhalten und darüber, wie man unlösbaren Problemen begegnet.

O Link zur Sendung

 

Montag, 10. Mai 2021 O WAHRHEIT O Übertragung per Livestream
mit der Literaturwissenschaftlerin Marina Münkler und dem Schriftsteller Marcel Beyer O Moderation: Natascha Freundel

»Eine Lüge reist einmal um die Erde, während sich die Wahrheit die Schuhe anzieht«, schrieb schon der Romancier Mark Twain, dessen Leben sich bekanntlich vor der Erfindung des Internet vollzog. Marina Münkler und Marcel Beyer leben in der digitalen Echtzeit, in der die Wahrheit ihre Schuhe oft noch zu suchen scheint, während die Lüge schon wieder da ist. Die Literaturwissenschaftlerin Marina Münkler ist als Professorin für ältere Literatur eine Expertin für den Komplex von Zeiten, Wahrheit und Erfindung und schlägt mit ihren gesellschaftsanalytischen Büchern (wie zuletzt mit »Abschied vom Abstieg. Eine Agenda für Deutschland«, zusammen mit Herfried Münkler) einen Bogen über die Zeiten. Marcel Beyer sucht in seinen Romanen und Gedichten der Zeit beizukommen, jüngst erst erfand er dafür einen »Dämonenräumdienst« (so der Titel seines neuesten Gedichtbands). Er wurde für sein literarisches Schaffen mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet, einer Ehrung, die auch für die politische Dimension des Schreibens vergeben wird. Wie verhalten sich heute Wahrheit und Lüge im außermoralischen, im künstlerischen Sinn? Sind Moral und Kunst überhaupt voneinander zu trennen? Ist Wahrheit eine Kategorie des Schreibens? Und wie verhält sich Wahrheit zur Wirklichkeit? All dies sind Fragen des Schreibens – und nicht zuletzt auch: Wie politisch ist Wahrheit?

Marina Münkler ist Professorin für ältere und frühneuzeitliche deutsche Literatur und Kultur an der Technischen Universität Dresden. Dabei beschäftigt sie sich u. a. mit Legendenbildung, also auch damit, wie wir Erzählungen in ein Verhältnis zu Wahrheit setzen können. Zudem bildet sie eine wichtige Stimme im öffentlichen politischen Diskurs darüber, wie wir als Gesellschaft Gemeinschaft bewahren können. Nicht zuletzt entscheidet sich dies nämlich auch daran, wie wir über uns und über einander erzählen.

(Copyright: Amac Garbe)

Marcel Beyer ist Schriftsteller. Er verfasst vornehmlich Lyrik, Essays und Romane, zuletzt den öffentlich bejubelten Lyrikband »Dämonenräumdienst«. Marcel Beyer wurde zahlreich geehrt, u. a. 2016 mit dem Georg Büchner-Preis, dem renommiertesten Literaturpreis der deutschen Sprache, oder jüngst 2019 mit dem Kunstpreis der Landeshauptstadt Dresden.

 

Nachzuhören auf www.rbbKultur.de/derzweitegedanke und nachzulesen auf www.lr-online.de

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