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Schauspiel

Brassed Off – Mit Pauken und Trompeten

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Schauspiel nach dem gleichnamigen Film von Mark Herman

Für die Bühne eingerichtet von Paul Allen

Danny ist Dirigent einer Blaskapelle im englischen Kohlebergbaugebiet. Die Zeche bildet die Existenzgrundlage vieler Bewohner, die Kapelle ist Teil ihrer Identität. Als die Grube geschlossen werden soll und vielen Männern der Jobverlust droht, scheint auch das Engagement für die Musik abhanden zu kommen. Aber Danny gibt sich nicht geschlagen. Als auch noch Gloria zur Kapelle stößt, können sie gemeinsam neuen Mut entfachen – denn ein Wettbewerb steht an! Bis zum nationalen Finalausscheid der Blaskapellen ist es nicht mehr weit: In der Royal Albert Hall in London könnte das Orchester Geschichte schreiben. Aus der Musik und der Gemeinschaft wird ein herzerwärmender, solidarischer Akt des Widerstands gegen Kulturabbau.

1996 kam Mark Hermans Film „Brassed Off“ ins Kino. Ganz nah an den Entwicklungen der Zeit erzählte er mit typisch britischen Elementen des sozialkritischen Films anrührend Geschichten um die Bergarbeiterfamilien im englischen Grimley. Jörg Steinberg inszeniert nach MOMO und DAS SPARSCHWEIN mit BRASSED OFF ein von Musik durchdrungenes Drama nah an den Gefühlen der Protagonisten – unterstützt vom Blasorchester Cottbus e. V.

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PREMIERE Samstag, 10. November 2018 | Großes Haus

Präsentiert von

Besetzung

Regie Jörg Steinberg
Bühne Fred Pommerehn
Kostüme Stephanie Dorn
Musikalische Gesamtleitung Hans Petith
Dramaturgie Lukas Pohlmann
Regieassistenz Marian Joel Küster
Danny Thomas Harms
Phil, sein Sohn David Kramer
Sandra, dessen Frau Lena Sophie Vix
Jim Kai Börner
Vera, seine Frau Sigrun Fischer
Harry Rolf-Jürgen Gebert
Rita, seine Frau Susann Thiede
Andy Michael von Bennigsen
Gloria Lisa Schützenberger
Amy Lucie Thiede
Ernie u.a. Axel Strothmann
Ida u.a. Josephine Fabian
Es spielen Mitglieder des Blasorchester Cottbus e.V. unter Leitung von Markus Witzsche.

Hinweise

  • Dauer: ca. 2:50 Std mit Pause
Rezensionen

Frank Dietschreit | Kulturradio vom rbb | 12.11.2018

„Es ist tatsächlich einer dieser seltenen Abende, nach denen man – obwohl wir Zeuge werden, wie arrogante Kapitalisten und Politiker sich einen Dreck um das Schicksal einzelner Menschen scheren – ziemlich beschwingt und fast ein wenig beglückt aus dem Theater kommt. Denn die Inszenierung hat den richtigen Rhythmus und variiert das Tempo immer wieder, ist mal laut und mal leise, mal nachdenklich, mal zupackend, mal satirisch und mal sozialkritisch. Die Blasmusik ist großartig, die Leistungen der Schauspieler bewunderungswürdig – und alle Beteiligten bekommen zum Schluss zu Recht stehende Ovationen des Publikums.“

Link zur vollständigen Rezension

Frank Dietschreit | Märkische Allgemeine | 12.11.2018

„Zum Glück widersteht Regisseur Jörg Steinberg der Versuchung, einen aktuellen Bogen zu schlagen zwischen der Lausitz und Yorkshire und die Kultur- und Kapitalismus-Kritik der 1990er Jahre ins Heute zu verlegen. Die Inszenierung konzentriert sich auf die zeitlose Botschaft: Wenn im Namen des Fortschritts die kulturellen Traditionen vernichtet werden, löst sich die Gesellschaft auf, werden Menschen heimat- und orientierungslos, anfällig für Populisten und andere Rattenfänger.“

Thomas Klatt | Lausitzer Rundschau | 12.11.2018

„Auch das Bühnenbild ist stimmig. Alles spielt sich vor der Zechenarchitektur ab: düster, qualmend, zuweilen ratternd. Vor den Seilscheiben platziert Fred Pommerehn riesige Eisengestelle – sie werden schnell zur Wohnung, zum Krankenzimmer oder zum Bandbus. Hier wird gestritten, geliebt, gesoffen. Den unhörbaren Untertext von ‚Brassed off‘ 2018 muss der Zuschauer selbst denken. Was passiert, wenn in der Lausitz die Kohlengruben schließen, wie viele Menschen werden keine Arbeit mehr haben und was werden sie dann tun? Und es geht es nicht nur um Jobs. Es geht auch um Identität. Ein Begriff, der sich unter anderem aus Heimat, Herkunft und Arbeit speist. Ein ganzer Landstrich lebt hier seit mehr als 100 Jahren von der Kohle. Wer werden wir sein, wenn alles vorbei ist?“

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