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Schauspiel

Der Biberpelz

Eine Diebskomödie von Gerhart Hauptmann in einer Bearbeitung von Armin Petras

Spreeausläufer, sumpfiges Gelände: nicht gerade eine besonders reizvolle Landschaft sucht sich Gerhart Hauptmann in den 1890er Jahren für seine „Diebskomödie“ DER BIBERPELZ  aus, um die Fallen stellende, Holz stehlende, Witz und Verstand einkochende Mutter Wolffen auf die Bühne zu schicken. Diese Frau hat nichts zu verlieren. Wie ein Biber versucht sie, die Familie mit allen Mitteln durchzubringen und „besorgt“ sich, was sie braucht. Aus dem charmanten Überbrücken der Lücke zwischen Alltag und Anspruch entsteht der Witz und die Tragödie von Mutter Wolffen. Sie kann es sich schlicht nicht leisten, sich selbst zu ernst zu nehmen. Wenn du nichts mehr zu verlieren hast, wechselt der Humor auf deine Seite. Es wird nie die Seite der Selbstgerechten sein. Ihr gegenüber steht der Polizist Wehrhahn, der sich in politischem Eifer verliert. Der wohlhabende Bürger Krüger beschwert sich bei Wehrhahn: sein wertvoller Biberpelz ist ihm abhanden gekommen. Der Fall ist nicht schwer zu lösen, aber Wehrhahn hat anderes im Sinn: auf der Suche nach Feinden des kaiserlichen Staats übersieht er das Offensichtliche.

Hauptmanns Humor ist politisch. Aus dem Konflikt der Entfremdung von Stadt und Land, von Menschen und Ideologie gelang ihm mit DER BIBERPELZ eine deutsche Komödie, weil er genau zuhören konnte, ohne es besser wissen zu wollen. Hausregisseur Armin Petras hat das Stück behutsam für heute bearbeitet und das Kaleidoskop der Figuren sogar noch erweitert. Und so bringt das gesamte Ensemble des Cottbuser Staatstheaters den „Biberpelz“ als Beweis für die Möglichkeit guten Humors in Zeiten der Katastrophen auf die Bühne. Ein großer Auftritt für die kleinen Leute von einst, die es aber immer noch gibt, auch wenn der Sumpf getrocknet und der Wald längst eine Autobahn ist.

PREMIERE 22. Jan. 2022 O Großes Haus

Präsentiert von

Besetzung

Regie/Text Armin Petras
Bühne Alexander Wolf
Kostüm Cinzia Fossati
Musik Philipp Weber
Video Rafael Ossami Saidy
Dramaturgie Ludwig Haugk
Dramaturgie Lisa Mell
Regieassistenz Julia Daniczek, Rafael Ossami Saidy
von Wehrhahn, Amtsvorsteher Sigrun Fischer
Frau von Wehrhahn Torben Appel
Krüger, Rentier Horst Kotterba
Dr. Fleischer Gunnar Golkowski
Philipp Torben Appel
Motes, versehrt, Forstfachmann Kai Börner
Frau Motes Sophie Bock
Frau Wolff, Waschfrau Susann Thiede
Julius Wolff, Schiffszimmermann Thomas Harms
Leontine Lucie Luise Thiede
Leontine Julischka Eichel
Adelheid Lisa Schützenberger
Wulkow, Schiffer Amadeus Gollner
Frau Wulkow Ariadne Pabst
Glasenapp, Amtsschreiber Anouk Wagener
Mitteldorf, Amtsdiener Johannes Scheidweiler
Gendarm Schulz Markus Paul

Hinweise

  • Dauer: 2.40 Std (incl. Pause)
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