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Musiktheater

Der fliegende Holländer

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Romantische Oper in 3 Aufzügen von Richard Wagner

Dichtung vom Komponisten
Aufführung ohne Pause

Seit Jahrhunderten verdammt ein Fluch den Fliegenden Holländer zu ruheloser Fahrt auf den Weltmeeren, ohne Ziel, ohne die Aussicht, sterben zu können. Nur alle sieben Jahre darf er an Land – in der Hoffnung, durch die treue Liebe einer Frau erlöst zu werden. So stark wie sein Wunsch nach dieser Frau ist, so intensiv fokussiert die Kapitänstochter Senta ihre Sehnsucht auf einen Mann, der ihr heraushilft aus der biedermeierlichen Enge ihrer behüteten Welt und der für sie vorbestimmten Rolle. In dem Schicksal des legendären Holländers glaubt sie ihre Lebensaufgabe zu erkennen: diesen rastlosen Wanderer zwischen Leben und Tod aus seiner Verdammung zu erlösen und ihm eine Heimat zu geben. Als sich Senta und der Fliegende Holländer tatsächlich begegnen, verschreibt sich Senta mit kraftvoller wie provozierender Unbedingtheit, alle alten Bindungen zerschlagend, ihrer Überzeugung.

Richard Wagners 1841 entstandene und 1843 in Dresden uraufgeführte (schauer)-romantische Oper DER FLIEGENDE HOLLÄNDER – der Gattung nach eine sogenannte Gespensteroper – lässt Realität und Mythos, Mensch und Geisterwelt aufeinanderprallen. Inhaltlich wird sie durch die Sehnsucht nach Ruhe und Halt in den Wirren des Lebens und durch Wagners immer wiederkehrendes Thema, die Erlösung durch Liebe im Tod, geprägt. Mit großen Arien, düsteren Balladen, mitreißenden Ensembles und markanten Chören verdichtet Wagner klangfarbenreich die sich fortwährend zuspitzenden Ereignisse zu einem packenden musikdramatischen Wurf.

PREMIERE Samstag, 4. Mai 2019 | Großes Haus

Präsentiert von
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Besetzung

Musikalische Leitung GMD Alexander Merzyn Johannes Zurl
Regie Jasmina Hadžiahmetović
Bühne und Kostüme Natascha Maraval
Choreinstudierung Christian Möbius
Dramaturgie Bernhard Lenort
Musikalische Assistenz Frank Bernard
Musikalische Assistenz Ana Maria Lupu
Musikalische Assistenz Andreas Simon
Chorassistenz Christian Georgi
Regieassistenz Annalisa Canton
Der Holländer Andreas Jäpel
Daland Ulrich Schneider
Daland Ingo Witzke
Senta Tanja Christine Kuhn
Senta Gesine Forberger
Erik Jens Klaus Wilde
Erik Martin Shalita
Mary Carola Fischer
Steuermann Hardy Brachmann
Steuermann Dirk Kleinke
Matrosen des Norwegers, Mannschaft des Fliegenden Holländers, Mädchen Damen und Herren des Opern- und Extrachores sowie weitere Chorsolisten
Es spielt das Philharmonische Orchester.

Hinweise

  • Dauer: ca. 2.30 Std. ohne Pause
Rezensionen
Bewertungen

Irene Constantin | Lausitzer Rundschau | 06.05.2019

„Aufregend musizierte Kontraste vom ersten Ton an. In diesem Ritt über die Schaumkronen der Weltmeere und in die Tiefen armer Menschenseelen setzen Wagner und mit ihm Alexander Merzyn schmerzlichste oboenglatte Sehnsuchtsmelodie gegen dumpfblecherne Hoffnungslosigkeit, gegen aufbrausenden vollen Orchestersound. […] Der Chor kam gleich einer Urgewalt über die Zuhörer im Saal wie die Protagonisten auf der Bühne. Sozusagen in voller Breitseite tönten Chor und Extrachor. […] Hadžiametovič hat die beiden musikalischen Kunstfiguren genau beobachtet und die Darsteller ungemein detailreich geführt; eine Könnerin in Sachen Psychologie und Personenbeziehungen, als hätte Harry Kupfer als Meister dieser Kunst sie unterrichtet. Jeder Blick, jede Geste, jedes Requisitenspiel, alles stimmt. Maraval hat einen verwirrend klaren Kunstraum aus materialisierten Seelen-Gemälden geschaffen, der die Figuren wie ein Kleid umgibt.“

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Antje Rößler | Märkische Allgemeine | 06.05.2019

„Ereignis des Abends ist Andreas Jäpel in der Titelpartie des Holländers. Schwermütig und erschöpft ist dieser Seemann; sein Herz hat er tief hinter einer ruppigen Schale vergraben. Der Bariton, der dem Cottbuser Ensemble seit 20 Jahren angehört, singt in jedem Register kraftvoll und tragfähig, mit edlem Timbre und höchst textverständlich. Mädchenhaft verkörpert die Gast-Sängerin Tanja Christine Kuhn die weibliche Hauptrolle. Wir erleben ein „Holländer“-Groupie, das in einem Koffer ein Bild und einen Mantelfetzen des angehimmelten Seefahrers mit sich schleppt. […] Dem Opernchor gebührt ein dickes Lob für seine Klangfülle und Präzision. Alexander Merzyn modelliert äußerst plastisch und lässt es in den Chorszenen richtig krachen; bei den kernigen Matrosenliedern brennt im Saal die Luft. Zugleich bietet Merzyn „große Oper“ in leidenschaftlichen Liebesduetten und sorgt für zarte kammermusikalische Momente. Den Spannungsbogen dieser pausenlosen Aufführung hält der Dirigent bis zum Schlussakkord.“

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Karin Zulk | 5. Mai 2019 um 10:01 Uhr

Nach 22 Jahren wieder ein Holländer in Cottbus! Das war nicht mein erster Jäpel, aber mein Neuster am gestrigen Sonnabend. Ich bin dieses Mal schon mit Erwartung in die Vorstellung gegangen, weil mit ihm als Protagonisten nichts schief gehen kann. Ihm zur Seite erlebte ich T. Kuhn, die eine sehr beeindruckende Leistung auf die Bühne brachte. Überhaupt hat der Cast zum größten Teil gestimmt. H. Brachmann sah ich damals schon als Steuermann. Die Senta ist eine sehr zarte junge Frau, die auf den "Prinzen auf dem weißen Ross" wartet, sie träumt sich ein Leben außerhalb ihrer derzeitigen Realität. Dazu benutzt sie die Gegenstände aus ihrem Wunderkoffer. Sie möchte den Herumirrenden erlösen, ihn lieben und treu sein auf lange Zeit. Aber wie fast immer scheitert dieser Vorsatz. Wie auch der Vogel in ihren Händen sich nicht in die Lüfte erheben kann. Da ist Erik, der mit ihr leben möchte, die Amme warnt und auch die Freundinnen. Ihr Vater, ein gestandener Mann, will ihr/sein Bestes. Dem Reichtum des Holländers nicht abgeneigt, aber er möchte auch das Lebensglück für die Tochter. Aber was wissen Väter schon....? Überraschend schön fand ich den Chor, der statt Fäden zu spinnen, Papierschiffchen an das Drahtgitter pinnte. Überhaupt waren sowohl das Bühnenbild als auch die Kostüme sehr funktional. Keine großen Umbauten nötig und die Kleidung mit wenigen Handgriffen verändert. Die Farbe blau als Symbol der Treue mal mehr mal weniger präsent. Dazu die Musik aus dem Orchestergraben, wagnermäßig eben, mal wenige Instrumente, dann wieder volles Spiel. Einfach nur herrlich, aufwühlend, anrührend das Duett zwischen Senta und dem Holländer beim einander Kennenlernen. Ja, ich glaube es lohnt sich auch ein zweiter Besuch.

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