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Gastspiele

Lausitzer Quartiere oder Der Russe im Keller

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Schauspiel in vier Einaktern und einem Nachspiel von Ralph Oehme

Im Jahr 2016 schrieben das Deutsch-Sorbische Volksthea­ter Bautzen, das Staatstheater Cottbus und die Neue Bühne Senftenberg erstmals den Stücke-Wettbewerb LAUSITZEN bundes­weit aus. Gesucht wurden Stückideen, die sich mit der Region Ober- und Niederlausitz auseinandersetzen. Gefragt war ein Exposé für ein abendfüllendes Stück mit maximal acht Spie­lern. Der Gewinner des Hauptpreises erhielt ein Stipendium zur Fertigstellung des Stückes. Gefördert wird dieser Wettbewerb durch die Stiftung für das sorbische Volk und das Land Brandenburg; die beteiligten Theater tragen zur Finanzierung bei.

Erster Preisträger des Stückewettbewerbs ist der Leipziger Schriftsteller und Regisseur Ralph Oehme für den Stückvorschlag LAUSITZER QUARTIERE oder Der Russe im Keller. Am 9. März 2018 brachte der Regisseur und Bautzner Intendant Lutz Hillmann das Stück am Deutsch-Sorbischen Volkstheater Bautzen zur Uraufführung. Im Frühjahr 2019 gastiert das Bautzener Schauspielensemble damit im Großen Haus des Staatstheaters Cottbus.

Einer der Juroren, Harald Müller (Verlag Theater der Zeit), begründete die Verleihung des Hauptpreises an den Leipziger Autor Ralph Oehme wie folgt: „ Der große historische Wurf von Ralph Oehme versucht genaue Geschichtsdarstellung und moralisches Bekenntnis zum Besonderen theatergerecht zu verbinden.“

Oehmes Stück ist wie ein historischer Bilderbogen strukturiert. An den Sollbruchstellen der Geschichte setzt der Autor bei den vier Einaktern an – 1813/16, 1918/1919, 1945 und 1990/92 und es gibt ein Nachspiel. Im Zentrum des Geschehens agiert eine Lausit­zer Weberfamilie bestehend aus Vater, Mutter, Tochter, dazu ein potentieller sorbischer Bräutigam und ein Russe. Die Zei­ten und die Moden ändern sich, die soziale Position der Figu­ren ändert sich, aber die Personage bleibt. Neben diesen fünf spielen drei Schauspieler alle weiteren Figuren. Den Rahmen des Bildes hält der Wassermann zusammen, der als märchenhaft-my­thologisches Element in die Handlung einführt, sie mit Wort und Note begleitet und kommentiert.

Das Preisträgerstück „Lausitzer Quartiere oder Der Russe im Keller“ wird nach der Urauffüh­rung am 9. März 2018 am Deutsch-Sorbischen Volkstheater Bautzen auch in Cottbus sowie Senftenberg gezeigt werden. Regie führt, wie übrigens bei allen bisher in Bautzen gespiel­ten Stücken von Ralph Oehme, Intendant Lutz Hillmann.

„Kraftvolle Schauspieler wie Marian Bulang (sehr überzeugend als Russe) und Gabriele Rothmann (spielt die Figur der Mutter mit sehr couragiertem Temperament) sowie Thomas Ziesch (in drei Nebenrollen agierend) setzen mit ihren Figuren Akzente.“ Rainer Könen, Sächsische Zeitung

Besetzung

Regie Lutz Hillmann
Bühne/Kostüme Miroslaw Nowotny
Musik Jahn Heinke
Dramaturgie Eveline Günther
Wassermann István Kobjela
Milan Ralph Hensel
Der Russe Marian Bulang
Tochter Cordula Hanns
Weber/Vater Olaf Hais
Weberin/Mutter Gabriele Rothmann
Franzose 1/Matrose/Soldat/Orchester1 Richard Koppermann
Franzose 2/Bauer/Soldat/Orchester2 Erik Dolata
Franzose 3/Offizier/Orchester3 Thomas Ziesch

Hinweise

Der Autor Ralph Oehme
Ralph Oehme wurde 1954 in Geithain/Sachsen geboren. Er studierte von 1975-1980 Theaterwissenschaft in Leipzig. In den Jahren 1984-1987 war er als Schau­spielpädagoge in Leipzig tätig Von 1986-1989 leitete Ralph Oehme das Kammer­musiktheaters Leipzig und ist seit 1987 als freiberuflicher Schriftsteller und Regisseur tätig. Im Jahr 1990 erhielt er den Hörspielpreis der Kriegsblinden für „Stille Helden siegen selten“. In den Jahren 1997, 2006, 2009 war er Literaturstipendiat des Landes Sachsen, 1997 der Stadt Leipzig. Im Jahr 2012 erhielt er den Linzer Dramatiker­preis. Ralph Oehme und das Deutsch-Sorbische Volkstheater Bautzen pflegen seit 1995 eine enge Partnerschaft. Immer wieder schrieb er für Bautzen Auftragswerke, u. a. „Das Volks­stück von Johannes Karasek, dem Schrecken der Oberlausitz“ (3 x für den Bautzener Theatersommer inszeniert), „Der sa­genhafte Krabat“, „Das Leinölkomplott“, „Schwarze Pest und Gelbes Elend“, „Senf für Bonaparte“, „Der Rietschelgiebel – Die kleine Orestie“. Im Januar 2017 wurde Ralph Oehme von einer Jury für seine Stückidee „Lausitzer Quartiere oder Der Russe im Keller“ zum Preisträger des Stückewettbewerbs „Lausit­zen 2017“ gekürt. Bei allen Inszenierungen der Oehme Stücke in Bautzen führte Intendant Lutz Hillmann Regie.

Jan Heinke
Jan Heinke baut Klangskulpturen und Musikinstrumente aus Stahl, gründete das Stahlquartett, studierte Saxophon, erforscht und entwickelt seit 30 Jahren die musikalischen Möglichkeiten der menschlichen Stimme, vor allem des westlichen Obertongesangs und erfreut sich einer Sammlung verschiedenster Blasinstrumente aus aller Welt. Meist reist Heinke mit einem von ihm selbst entwickelten, Stahlcello genannten Streichinstrument, einer Art Zeitlupe für Klang. Er arbeitet europaweit für Projekte mit Jazz, klassischer, Welt-, alter, zeitgenössischer, elektronischer Musik in Produktionen für Theater, Tanz, Oper, Zirkus, Film, Galerien, Funk und Festivals, oft zusammen mit Chören, Bands, Orgeln, Bahnhöfen, Streichquartett, Stadtklängen, Computern, Spieldosen, Militärparaden, Schrottplätzen, Vögeln, Tur­binen, Orchestern, Ozeandampfern, Musikmaschinen …

  • Dauer: ca. 2.45 Std. mit Pause
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