L

Schauspiel

Nathans Kinder

F

Stück von Ulrich Hub

In Jerusalem, mitten in den Auseinandersetzungen zwischen Juden, Christen und Muslimen, entkommen zwei Menschen knapp dem Tod: Recha, die Tochter des Juden Nathan, und Kurt, ein Christ, der als Kreuzritter im Heiligen Land kämpft. Er, dem eben der Sultan das Leben schenkte, rettete sie aus den Flammen. Eine zarte Liebe entsteht zwischen beiden, als Recha ihren Retter dazu bringt, religiöse Vorurteile abzulegen und sich ihr zu öffnen.

Aber tolerantes Miteinander ist in dieser Stadt die Ausnahme: Der Bischof will Kurt zu einem Anschlag auf den regierenden Sultan bewegen, der wiederum versucht Kurt gegen den Bischof zu hetzen und Nathan verweigert Recha eigene Lebensentscheidungen. Als herauskommt, dass sie ein Christenkind ist, greifen der Sultan und der Bischof Nathan offen an. Doch Recha und Kurt stellen sich dazwischen …

Ulrich Hubs Stück, das feinfühlig Motive aus Lessings „Nathan der Weise“ aktualisiert, wurde 2009 uraufgeführt. Es treibt den großen Konflikt um den Glauben und das Menschsein auf die Spitze.

PREMIERE Samstag, 28. Februar 2014 | Kammerbühne

Besetzung

Regie Catharina Fillers
Musik Matze Mauz featuring Jim Steele
Bühne/Kostüme Cordula Körber
Dramaturgie Bettina Jantzen
Nathan Amadeus Gollner
Recha Ariadne Pabst
Kurt Michael von Bennigsen
Sultan Kai Börner
Bischof Gunnar Golkowski

Hinweise

  • Dauer: 1:05 Std. ohne Pause
Rezensionen

Jens Pittasch | Blicklicht | 10.05.2014

„‚Nathan der Weise‘, wird sich so mancher gedacht haben, verbunden mit, ‚oh je – muss das sein?‘ Die Antwort nach dem Ansehen ist ganz klar: ‚Ja. SO muss das sein!‘ Ariadne Pabst, Johannes Kienast, Matthias Manz (alt. Kai Börner), Gunnar Golkowski und Amadeus Gollner schleudern uns den alten Stoff in der neuen Fassung von Ulrich Hub, im eindrucksvollen Bühnenbild von Cordula Körber und in Catharina Fillers Regie der-ART entgegen, dass vom oft angestaubt, gern auch laienhaft dargebotenen Lessing-Original genau das Beste bleibt. Ulrich Hub, selbst Schauspieler, hat ‚Nathan‘ verdichtet und entstaubt, Wesentliches jedoch übernommen. […] Besonders das Wechsel- und Zusammenspiel von Ariadne Pabst und Johannes Kienast ist ein Erlebnis, einen faszinierenden Charakter gestaltet Multitalent Matthias Manz, umtriebig scheinheilig ist Gunnar Golkowskis Bischof […] Das beste Schachspiel aller Zeiten hat Catharina Fillers nicht nur ganz unmittelbar in Szene gesetzt, sie fand auch für die zentrale Rolle der Ringparabel, als dreiseitiges Patt und dreiseitige Chance – die Recha und Kurt als erste ergreifen – eine besondere Lesart. Sehenswert!“

Renate Marschall | Lausitzer Rundschau | 03.03.2014

„Catharina Fillers hat sich mit ‚Nathans Kinder‘ eines seit Jahrhunderten unbewältigten Themas angenommen: Dem immer wieder als Vorwand für Kriege dienenden Konflikt der Religionen. Kulminationspunkt Jerusalem. Juden, Christen, Muslime, alle beanspruchen es als seinen heiligen Ort. Und sind bereit, dem anderen den Garaus zu machen. […] In Catharina Fillers‘ äußerst sehenswerter Inszenierung sind alle Figuren jederzeit auf der Bühne präsent wie das, was sie verkörpern, in der Welt ist. Aber immer dann, wenn sie sich als Menschen, nicht als Repräsentanten gegenübertreten, verhalten sie sich menschlich.“

nach oben D