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Philharmonische Konzerte

1. Philharmonisches Konzert

Der Kreislauf der Zerstörung

Béla Bartóks VIOLINKONZERT NR. 2 entstand in einer schwierigen Lebensphase kurz vor der Emigration des Ungarn in die USA im Jahr 1940. Geplagt von Skrupeln angesichts der politischen Entwicklungen in Europa, denen niemand neutral begegnen konnte, komponierte Bartók ein Werk, das an der Schwelle zwischen alten und neuen Formen steht und das Violine und Orchester fortschreitend miteinander dialogisieren lässt. Michael Barenboim, Spezialist für die Musik der klassischen Moderne, präsentiert dieses Werk zwischen Romantik und Neuzeit in seiner ganzen komplexen Formschönheit und Klangfülle.

Als Schüler Bartóks sah sich auch György Ligeti, den mit seinem Vorbild nicht zuletzt das selbstgewählte Exil verbindet – im Falle Ligetis die Flucht nach dem Volksaufstand in Ungarn 1956. Berühmt gemacht hat den Komponisten nicht zuletzt der Regisseur Stanley Kubrick, der in seinem Kultfilm.

„2001 – Odyssee im Weltraum“ dessen ATMOSPHÈRES einbindet. Unendliche Weiten werden auch in Ligetis LONTANO zum Klingen gebracht: Musik, die von „weit her“ über den Hörer hin flutet. Wieder griff Kubrick zu und verwendete die Komposition für „The Shining“.

Zwischen Bartók und Ligeti geht die alte Welt Europas unter. Mit Auszügen aus Wagners GÖTTERDÄMMERUNG schließt und öffnet sich der ewige Kreislauf der Natur: Weltende und Anfang reichen sich die Hände.

Béla Bartók (1881-1945)
Violinkonzert Nr. 2

Richard Wagner (1813-1883)
Sinfonische Auszüge aus „Götterdämmerung“ aus „Der Ring des Nibelungen“

György Ligeti (1923-2006)
„Atmosphères“

György Ligeti (1923-2006)
„Lontano“

Besetzung

Violine Michael Barenboim
Philharmonisches Orchester
Dirigent GMD Alexander Merzyn
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