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Philharmonische Konzerte

3. Philharmonisches Konzert

Von russischer Seele

Geboren 1931 in einer tatarisch-russischen Familie gehört Sofia Gubaidulina zu den bedeutendsten Komponist*innen Russlands in der Generation nach Schostakowitsch. – In diesem Jahr feiert die Künstlerin ihren 90. Geburtstag. Mit gleich drei Stücken wird sie daher in der Spielzeit 21.22 in den Philharmonischen Konzerten vertreten sein. DER REITER AUF DEM WEISSEN PFERD ist eine apokalyptische Vision in gleißenden Orchesterfarben.

Der Komponist Rachmaninow hatte einen schweren Stand im russischen Konzertbetrieb. Sein 2. KLAVIERKONZERT entstand in einer Phase tiefer Depression. Aus seiner Schaffenskrise half Rachmaninow erst die Therapie bei Nikolai Dahl heraus, einem russischen Neurologen, der den angeschlagenen Künstler per Hypnose heilte. Das Werk ist dem Arzt gewidmet. Die Lust am Schreiben hatte er dem Komponisten suggestiv wieder eingeredet.

Unter ganz anderen Bedrückungen schrieb Dmitri Schostakowitsch seine 5. SINFONIE. Mitten in der Zeit des stalinistischen Terrors in den Jahren 1936 bis 1938 begann der Komponist mit der Arbeit am Werk. Noch vor dessen Vollendung wurde sein Schwager verhaftet, die Schwester nach Sibirien deportiert. Die Uraufführung der Sinfonie bescherte Schostakowitsch einen rauschenden Erfolg, man bejubelte ihn als Hofkomponisten des Regimes. Schostakowitsch selbst hatte anderes im Sinn: Das Marsch­finale am Ende sei ein Todesmarsch, kein Triumph.

Sofia A. Gubaidulina (*1931)
Der Reiter auf dem weißen Pferd für Orchester und Orgel

Sergei W. Rachmaninow (1873-1943)
2. Klavierkonzert op. 18 in c-Moll

Dmitri D. Schostakowitsch (1906-1975)
Sinfonie Nr. 5 d-Moll op. 47

Besetzung

Klavier Bernd Glemser
Philharmonisches Orchester
Musikalische Leitung GMD Alexander Merzyn
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