U
L

Philharmonische Konzerte

3. Philharmonisches Konzert

Zweifelhafte Helden

„Dem Andenken eines großen Mannes“ widmete Ludwig van Beethoven seine 1804 uraufgeführte Dritte Sinfonie EROICA mit Anklängen an französische Revolutionsmusik. Ursprüng­lich sollte das Werk den Titel „Buonaparte“ tragen. Inzwi­schen hatte der Feldherr Napoleon sich jedoch zum Kaiser krönen lassen – jede demokratische Hoffnung, die der freigeistige Komponist Beethoven in ihn gesetzt hatte, war damit zerstört. Die Idee von Größe überhaupt, von einem politischen, künstlerischen Streben „per aspera ad astra“ ist denn auch das eigentliche Thema dieser Sinfonie, die Beethoven bis zur Vollendung seiner Neunten die liebste unter seinen Werken bleiben sollte.

Als Richard Strauss 1944 einen Kompositionsauftrag für ein größeres Werk für Streichorchester annahm, notierte er als Ausgangsidee „Trauer um München“. Seine METAMOR­PHOSEN sind ein Ausdruck tiefer Betroffenheit über die Zerstörungen in Deutschland im Zweiten Weltkrieg. Der griechische Titel meint nicht umsonst „Verwandlung“ – ein Prinzip, das auch der musikalischen Variationskette des Stückes zugrunde liegt, die nicht zuletzt den zweiten Satz der EROICA umspielt.

Was der politische Beethoven wohl von diesem angeblich unpolitischen Zitat gehalten hätte? Dieser und anderen Fragen geht die Moderation von Hartmut Fladt nach, der musikalisch in beide Werke einführt.

Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 („Eroica“)

Richard Strauss (1864-1949)
Metamorphosen

Besetzung

Philharmonisches Orchester
Moderation Prof. Hartmut Fladt
Dirigent GMD Alexander Merzyn
nach oben