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Philharmonische Konzerte

4. Philharmonisches Konzert

Klirrende Kälte

Wie herrlich der Winter klingt! Die finnische Komponistin Kaija Saariaho versetzt in ihrem CIEL D’HIVER („Winterhimmel“) Orchester und Publikum in regelrecht sphärische Klangwelten. Glitzernde Motive durchstreifen hier die verschiedenen instrumentalen Regionen und bauen sich allmählich zum eindrucksvollen Gesamtklang auf, bevor sie glocken- ähnlich im Nichts verklingen.

Tschaikowski hat seine SINFONIE NR. 1 rückblickend als Schmerzenskind und Jugendsünde beschrieben – doch er liebte sie mehr als manches spätere Werk. An seine Mäzenin Nadeshda von Meck schrieb er etwa: „Zwar ist es unreif in mancher Hinsicht, aber es ist doch besser und gehaltvoller als viele reifere Werke.“ Zum Titel „Winterträume“ lieferte Tschaikowski keine konkreten Erklärungen, doch vermutlich knüpfte er eher an poetisierende Beispiele wie etwa Mendelssohns „Italienische“ Sinfonie an, als dass ihm ein echtes Programm vorgeschwebt hätte. Absolute Musik also, doch zweifellos voll assoziativer Anklänge.

Mozarts VIOLINKONZERT in A-Dur, das fünfte, letzte und ausgefeilteste der Reihe, glitzert schon durch die hellen Tonarten, die seinen Charakter prägen. Auch die prickelnde Atmosphäre des Kopfsatzes und den zarten Schmelz des Adgios könnte man problemlos als tönende Winterbilder deuten. Im Finale dann gewinnen wilde Klänge in „Alla turca“-Manier die Oberhand. So war es seinerzeit in Wien Mode.

Kaija Saariaho (*1952)
„Ciel d’Hiver“

Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
Violinkonzert A-Dur KV 219

Pjotr I. Tschaikowski (1840–1893)
Sinfonie Nr. 1 g-Moll „Winterträume“

Besetzung

Violine Tobias Feldmann
Philharmonisches Orchester
Dirigent Daniele Squeo

Hinweise

  • Dauer: ca. 2 Std. (eine Pause)
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