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Philharmonische Konzerte

4. Philharmonisches Konzert

Was du ererbt von deinen Vätern…

Seinem Ruf als großer Revolutionär wird der überaus ge­schichtsbewusste Komponist Arnold Schönberg nur bedingt gerecht. Orchestrierungen und Bearbeitungen von Werken großer Vorgänger wie Bach und Brahms zeigen ihn als einfühl­samen Historiker, dessen eigenes System Bruch und Fortset­zung der europäischen Musikgeschichte in einem ist. Dies gilt auch für die Orchesterfassung des KLAVIERQUARTETTS G-MOLL von Johannes Brahms, dem angeblich konservativen Romantiker, dem Schönberg mit seinem Essay „Brahms, der Fortschrittliche“ noch an anderer Stelle Referenzen machte.

Auch seine Schüler Alban Berg und Anton Webern waren versierte Kenner der musikalischen Tradition. So zitiert Berg in seinem Violinkonzert zum Ende hin die Bachkantate „O Ewigkeit, du Donnerwort“. DEM ANDENKEN EINES ENGELS gewidmet – der mit 18 Jahren an Kinderlähmung verstorbenen Manon Gropius – wurde das Werk bei seiner Uraufführung zum Totengesang für den inzwischen ebenfalls verschiedenen Komponisten.

Ebenfalls auf Bach bezieht sich Anton Webern mit seiner FUGA FÜR SECHS STIMMEN. Kern des Werkes ist das be­rühmte königliche Thema aus dem „Musikalischen Opfer“. Die einzelnen Instrumente teilen es sich einleitend Ton für Ton untereinander auf. Webern gelingt so eine revolutionäre Weiterentwicklung der klassischen Zwölftonmethode und zugleich eine Hommage an den großen Meister der Fuge.

Anton Webern (1883-1945)
Johann Sebastian Bach: Fuga (2. Ricercata) a sei voci aus „Das musikalische Opfer“

Alban Berg (1885-1935)
Violinkonzert („Dem Andenken eines Engels“)

Johannes Brahms (1833-1897)
Klavierquartett g-Moll
Fassung für Orchester: Arnold Schönberg (1874-1951)

Besetzung

Violine Sophia Jaffe
Philharmonisches Orchester
Dirigent Johannes Zurl
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