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Philharmonische Konzerte

5. Philharmonisches Konzert

Wilde Träume

Der Komponist und Organist Rued Langgaard, 1893 in Kopenhagen geboren, war ein genialer Exzentriker. Zwischen rauschhafter Spätromantik, hochsensibler Avantgarde, Expressionismus und visionärem Ernst schuf der Däne ein beeindruckendes, bis heute viel zu selten gespieltes Œuvre. Seine SINFONIE NR. 1 „Klippenpastorale“ wurde 1913 von den Berliner Philharmonikern uraufgeführt. Von den rauen Schründen der Felsenklippen am Meer steigt die Musik hier nach und nach auf zur strahlenden Aussicht von goldglänzenden Höhen.

György Ligeti war ein großer Bewunderer von Langgaards Kunst. In seinem CONCERT ROMÂNESC ließ sich der in Siebenbürgen geborene Komponist von den unerschöpflichen Quellen der rumänischen und ungarischen Volksmusik inspirieren und schuf aus der Kraft dieses traditionell gewachsenen Melodienschatzes eine derart eigenständige Musik, dass das sowjetische Regime das 1951 uraufgeführte Werk als „staatsgefährdend“ verbot. Die „milden tonalen Scherze“, mit denen die Musik gewürzt ist, waren dagegen sicher nur ein Vorwand für die Vorbehalte der Machthaber.

Edward Elgars CELLOKONZERT gilt als letztes großes Werk des britischen Spätromantikers, der darin nach dem Trauma des Ersten Weltkriegs besseren Zeiten nachträumt. Der erzählende Gestus des Soloparts ist von Melancholie durchtränkt, darf jedoch immer wieder auch herrlich lyrisch aufblühen.

György Ligeti (1923-2006)
„Concert Românesc“

Edward Elgar (1857-1934)
Cellokonzert e-Moll

Rued Langgaard (1893-1952)
Sinfonie Nr. 1 h-Moll „Klippenpastorale“

Besetzung

Violoncello Daniel Müller-Schott
Philharmonisdches Orchester
Dirigent GMD Alexander Merzyn
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