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Philharmonische Konzerte

5. Philharmonisches Konzert

Lehrer, Schüler und Studenten

Ein länder- und zeitenübergreifendes Beziehungsgeflecht verbindet die vier Komponisten dieses Philharmonischen Konzerts. Im Jahr 1880 schreibt Johannes Brahms seine AKADEMISCHE FESTOUVERTÜRE. Anlass ist die Verleihung der Ehrendoktorwürde an den Komponisten durch die Universität von Breslau. In die Musik eingewoben sind Stu­dentenlieder wie „Gaudeamus igitur“ oder das Landes vaterlied mit traditioneller Huldigung an Fürst und Vaterland.

Aus seiner Bewunderung für Brahms’ Freund und Mentor Robert Schumann hat der norwegische Nationalkomponist Edvard Grieg nie ein Geheimnis gemacht. Als Student in Leipzig hörte er 1858 dessen KLAVIERKONZERT IN A-MOLL, gespielt von Clara Schumann. Für sein eigenes Klavierkonzert wählte Grieg zehn Jahre später dieselbe Tonart und mischte den deutschen Einfluss mit norwegischer Volksmusik.

Auch Heitor Villa-Lobos, der vielleicht bekannteste brasiliani­sche Komponist seiner Generation, war ein Kenner vieler Stile. Seine OUVERTÜRE DE L’HOMME TEL aus dem Jahr 1952 etwa spielt mit der Klangwelt der französischen Avantgarde.

Stilmix als Programm lernte der Brasilianer nicht zuletzt von seinem Landsmann und Lehrer Alberto Nepomuceno. Bei Heinrich von Herzogenberg, einem persönlichen Freund Johannes Brahms’, studierte Nepomuceno ab 1890 die deutsche Schule, bevor er im Hause Edvard Griegs in Bergen zu seinen brasilianischen Wurzeln fand. Ein fruchtbarer Austausch nationaler Identitäten.

Johannes Brahms (1833-1897)
Akademische Festouvertüre c-Moll op. 80

Edvard Grieg (1843-1907)
Klavierkonzert a-Moll op. 16

Heitor Villa-Lobos (1887-1959)
„Ouvertüre de l’Homme Tel“ A. 508

Alberto Nepomuceno (1864 -1920)
Sinfonie in g-Moll

Besetzung

Piano Joseph Moog
Philharmonisches Orchester
Dirigent GMD Alexander Merzyn
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