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Philharmonische Konzerte

7. Philharmonisches Konzert 2019/2020

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TSCHECHIEN

Bedřich Smetana (1824-1884) und Antonín Dvořák (1841-1904) sind die bekanntesten tschechischen Komponisten, sie gelten als Nationalkomponisten. Diese Bezeichnung ist irreführend, wenn man mit ihr die Vorstellung verbindet, hier werde der Blick starr auf ein umgrenztes Gebiet und auf Volksweisen gerichtet. Natürlich gab es im Zuge der Herausbildung europäischer Nationalstaaten im 19. Jahrhundert auch Bestrebungen, sich rein auf „Ursprüngliches“ zu besinnen. Werke, die sich in diesem Sinne auf einfache Satztechniken und volkstümliche Melodien beschränkten, sind heute vergessen. Größter Beliebtheit jedoch erfreuen sich Kompositionen, die auf dem damaligen Stand der internationalen musikalischen Entwicklung waren. Smetana wählte für seine Opern tschechische Sujets und setzte sich mit den seinerzeit vorherrschenden Opernformen auseinander. In „Die verkaufte Braut“ experimentierte er vor allem mit Tanzformen.

Dvořák schrieb seine neunte Sinfonie in den Vereinigten Staaten, wo er sich ab 1892 für drei Jahre aufhielt. Dort lernte er auch Musik afroamerikanischen und indianischen Ursprungs kennen. Inwieweit solche Anregungen in die neunte Sinfonie eingeflossen sind, beschrieb er so: „Ich habe keine dieser Melodien direkt verwendet. Ich habe einfach eigene Melodien erfunden, in die ich die Eigenheiten der Indianermusik einbezogen habe. Diese Themen habe ich dann mit allen Mitteln moderner Rhythmik, Harmonik, Kontrapunkt und Orchesterfarben verarbeitet.“

Sergej Rachmaninow (1873-1943) komponierte sein drittes Klavierkonzert 1909 in Russland und führte es im gleichen Jahr in New York als Solist erstmals auf. Das technisch enorm schwere Konzert ist beim Publikum sehr beliebt.

BEDŘICH SMETANA
Ouvertüre zur Oper „Die verkaufte Braut“

SERGEJ RACHMANINOW
3. Klavierkonzert op. 30 d-Moll

ANTONÍN DVOŘÁK Sinfonie Nr. 9 e-Moll op. 95

Bernd Glemser – Klavier
Philharmonisches Orchester
Dirigent: Alexander Merzyn

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