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Philharmonische Konzerte

8. Philharmonisches Konzert 2018/2019

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John Adams (*1947) und Dmitri Schostakowitsch (1906-1975) zählen zu jenen Komponisten, die sich in ihrem Schaffen immer wieder auch auf Geschehnisse ihrer Zeit beziehen – der Amerikaner Adams vornehmlich in seinen Opern, der Sowjetbürger Schostakowitsch in vielen Sinfonien. „Lollapalooza“ (2005) mit seinen Anklängen an Bigband-Musik ist nicht mit einem außermusikalischen Inhalt verknüpft.

Vielmehr spielt Adams mit dem Rhythmus des titelgebenden Wortes, das eine interessante Eigenschaft aufweist: Seine Bedeutung ist auch im Amerikanischen nicht klar zu fassen, am ehesten lässt sie sich beschreiben als Bezeichnung von etwas, das nicht scharf umrissen ist. Ähnlich vielleicht dem deutschen Wort „Phantom“.

Schostakowitsch schrieb seine 10. Sinfonie zwischen Juli und Oktober 1953, wenige Monate nach dem Tode Josef Stalins im März 1953. In der Sowjetunion war die offizielle Kunstdoktrin spätestens seit Mitte der 30er Jahre von Stalins Zustimmung abhängig. Vor diesem Hintergrund entwickelte Schostakowitsch eine ästhetische Doppelbödigkeit, die für viele seiner Werke gegensätzliche Deutungen zulässt. Nach dem Tod des Komponisten erschien Salomon Wolkows Buch „Zeugenaussage“. Ihm zufolge sagte Schostakowitsch, dass die Zehnte sich mit Stalin und dem Stalinismus auseinandersetze.

Russland und Amerika stehen im Mittelpunkt des Auftragswerkes von Timo Andres (*1985).

„Kunst zerstört das Schweigen.“ Dmitri Schostakowitsch

JOHN ADAMS
Lollapalooza

TIMO ANDRES
Brandenburgisches Doppelkonzert 5, Auftragswerk des Staatstheaters | Uraufführung

DMITRI SCHOSTAKOWITSCH
10. Sinfonie

Opernchor des Staatstheaters
Sinfonischer Chor der Singakademie Cottbus e.V.
Philharmonisches Orchester
Dirigent: Michael Wendeberg

Förderprogramm des Bundes „Exzellente Orchesterlandschaft Deutschland“

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