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Schauspiel

The Black Rider. The Casting of the Magic Bullets

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Musik und Gesangstexte von Tom Waits
Regie und Stage Design der Originalproduktion von Robert Wilson
Original Orchestration von Tom Waits und Greg Cohen
Buch von William S. Burroughs | Dramaturgie von Wolfgang Wiens

Die deutsche Volkssage „Der Freischütz” inspirierte drei US-amerikanische Künstler zu einer musikalisch-theatralen Neuauflage des Stoffes.

Die Handlung von THE BLACK RIDER folgt der Sage: Für seine Tochter Käthchen wünscht sich der stolze Erbförster einen kernigen, schießtüchtigen Mann. Doch ihr Herz gehört einem wahrlich schlechten Schützen: dem sensiblen Amtsschreiber Wilhelm. Um ihre Hochzeit dennoch zu ermöglichen, nimmt Wilhelm von einem geheimnisvollen Stelzfuß magische Kugeln an, die sogar ihn zu einem tadellosen Jäger machen. Schnell wird er abhängig von den teuflischen Kugeln. Für den alles entscheidenden Probeschuss müssen bereits neue her. Doch Stelzfuß’ Bedingungen haben sich geändert.

Nutzte Carl Maria von Weber rund 180 Jahre zuvor den „Freischütz“-Stoff noch, um die erste identitätsstiftende deutsche Nationaloper zu schaffen, lässt die Bearbeitung des amerikanischen Trios andere Perspektiven auf deutsche Mythen und Traditionen zu. THE BLACK RIDER nimmt den Zuschauer mit auf einen musikalisch-theatralen Höllenritt zwischen deutscher folkloristischer Schauerromantik und Beatnik-Lyrik, zwischen europäisch tradierter Opernhandlung und amerikanischem Songwriting.

PREMIERE Samstag, 14. September 2019 | Großes Haus

Präsentiert von

Besetzung

Regie/Bühne Malte Kreutzfeldt
Musikalische Leitung Hans Petith
Kostüme Katharina Beth
Dramaturgie Wiebke Rüter
Regieassistenz Romy Schwarzer
Regieassistenz Marian Joel Küster
Ausstattungsassistenz Hans-Holger Schmidt
Stelzfuß Sigrun Fischer
Bertram, Förster Rolf-Jürgen Gebert
Anne, seine Frau Susann Thiede
Käthchen, deren Tochter Maxine Kazis
Wilhelm, Schreiber Markus Paul
Robert, Jägerbursche Gunnar Golkowski
Kuno Thomas Harms
Band:
Dan Baron Gitarren, Toypiano
Heiko Liebmann Drumset, Marimba
Hans Petith Harmonium, Klavier, Akkordeon
Dietrich Petzold Violine, Viola, Singende Säge
Lu Schulz Saxophon, Klarinetten
Sidney Werner Kontrabass
Rezensionen
Bewertungen

Tomas Petzold | Dresdner Neueste Nachrichten | 19.09.2019

„Sigrun Fischer trumpft auf als eleganter weiblicher Mephisto, gierig, verführerisch, magisch, dämonisch, aber gar nicht zynisch und am Ende doch menschlicher als die überlebte Gesellschaft, in der einer scheinbar zu seinem Glück nicht gelangen kann, ohne geltende Gesetze zu brechen – und damit sein Leben zu verwirken. […] Schlicht umwerfend, wie expressiv und einfühlsam Sigrun Fischer auch beim Singen mit jeder kleinen Geste, aber vor allem einem enormen Stimmumfang den Part bewältigt, der anderswo schon mal mit einem Opernbass besetzt war. Sie vereint Entertainment mit einer bezwingenden Ausstrahlung, präzise, autoritär, gefährlich, aber nicht fühllos.“

Hartmut Krug | Märkische Oderzeitung | 16.09.2019

„Regisseur Malte Kreutzfeldt lässt in ‚The Black Rider‘ am Staatstheater Cottbus von Anfang an reichlich passieren auf der Bühne, wobei ihm ein kräftiges Wirkungs- und Bildertheater gelingt. […] Der Teufel Stelzfuß wird in Cottbus geradezu grandios von gespielt und gesungen von Sigrun Fischer. Sie allein ist den Besuch dieser Inszenierung wert. Dazu zeitigen allerlei Regieeinfälle Wirkung: Männer fliegen kopfunter durch die Luft, es gibt Pyrotechnik, und gesungen wird so kräftig wie effektvoll. Während sich Regisseur Kreutzfeldt durchaus geschickt in Effekten austobt, belässt er Sigrun Fischer bei minimalistischem Einsatz. Mit kräftigem Gesang, in Schwarz gekleidet und aus der Schwärze der Bühne stelzfüßig herbeihumpelnd, spielt sie ihre Figur ins Zentrum einer kraftvollen und unterhaltsamen Aufführung. […] Der Kritiker kann nur empfehlen: nichts wie hin!“

Irene Constantin | Lausitzer Rundschau | 16.09.2019

„Regisseur Malte Kreutzfeldt und der musikalische Leiter Hans Petith haben Einiges aufgeboten, damit ein erfolgreiches ‚Casting of the Magic Bullets‘, dem Opernfreund als ‚Freikugelgießen‘ bekannt, stattfinden konnte. […] Das gute Dutzend Instrumente wurde virtuos und sehr ‚sprechend‘ gehandhabt. Die enorme musikalische Vielfalt der Tom-Waits-Songs vom rockigen Jazz über schwarzgefärbte Volkslieder, Tango bis zum schrägen Walzer bekam ihre Farben von der Band – richtig große Oper! Das Publikum jubelte, und alle Beteiligten hatten es verdient. […] Sigrun Fischer als Teufelin. Elegante Dämonie, die im Augenblick anfangen kann, mit Stimme und Körper zu kreischen. Sie singt und klackert mit den Steptanzschuhen und erschießt den Drummer, der ihr in den Rhythmus fährt. Das kühl-geschäftige Spiel, der hervorragende Gesang, der körperlich-gestische Ausdruck: Präzision vom ersten bis zum letzten Moment. Alles wichtig für den Teufel, emotionale Regungen, gar Empathie muss er nicht zeigen. Ein Seelchen dagegen ist Wilhelm [Markus Paul], der Schreiber mit den ‚Lilienhänden‘. Formbar und verliebt ist er der ideale Teufelsbraten.“

Link zur vollständigen Rezension

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