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Schauspiel

Warten auf Sturm

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Stück von Peter Thiers

Preisträger des „Kleist-Förderpreises für junge Dramatikerinnen und Dramatiker“ 2019
Uraufführung

„Alles kommt vom Bergwerk her“, lässt Peter Thiers seinen „Chor der Cleaner“ immer wieder sagen. Also: Alles kommt aus dem Schmutz, der Dunkelheit, der harten, kräfteverschleißenden Arbeit. Wie namenlose Sisyphose placken sie sich ab, um denen über Tage zu Wohlstand zu verhelfen. Die meisten von denen da oben jedoch leben in Warten auf Sturm auch längst nicht mehr in gleißendem Reichtum. Vielmehr erzeugt das Stück eine düstere Atmosphäre. Der Autor benennt Zeit und Ort als weder vergangen noch zukünftig. Sie seien Ausdruck einer dystopischen Gegenwart, die sein könnte oder bereits ist.

Zwischen den an der Oberfläche wandelnden degenerierten, verrohten Persönlichkeiten entsteht ein harter Kampf um Ressourcen und Zuneigungen im Angesicht des nahenden Untergangs der Welt, wie sie sie kennen.

Peter Thiers erhielt für seine Parabel über den Zustand unserer (Arbeits-) Welt den „Kleist-Förderpreis für junge Dramatikerinnen und Dramatiker” 2019, den die Kleist-Stadt Frankfurt (Oder) gemeinsam mit der Dramaturgischen Gesellschaft und dem Kleist Forum Frankfurt (Oder) vergibt. Das Staatstheater Cottbus ist erstmalig mit der Uraufführung des Preisträgerstücks betraut.

PREMIERE Samstag, 28. September 2019 | Kammerbühne

Besetzung

Regie Volker Metzler
Bühne/Kostüme Claudia Charlotte Burchard
Choreografie Annegret Thiemann
Dramaturgie Oliver Hohlfeld
Dramaturgie Lukas Pohlmann
Regieassistenz/Sound Marian Joel Küster
Leitung BürgerSprechChor Wiebke Rüter Michael von Bennigsen
Noon, Metallschmelzer Axel Strothmann
Lara, Rostgeburt/Noons Tochter Ariadne Pabst
Zlatan, Vorarbeiter im Schacht Amadeus Gollner
Winter, oberster Werkleiter Boris Schwiebert
Winters Sohn Lisa Schützenberger
Kanarie Annegret Thiemann
Cleaner Lucie Thiede Michael von Bennigsen
Es spielen die Damen und Herren des BürgerSprechChores.

Hinweise

  • Dauer: ca. 2.15 Std. mit Pause
Rezensionen
Bewertungen

Angelika Koch | Blicklicht (Heft November 2019) | 01.11.2019

„Während des Einlasses gestaltet der Bürgerchor unter Leitung von Schauspieler Michael von Bennigsen den Heiner Müller-Text ‚Befreiung des Prometheus‘. Dieses Mal haben die Mitglieder des seit gut einem Jahr bestehenden Laienensembles wichtige Aufgaben innerhalb der Inszenierung zu erfüllen, und sie machen das gut. […] Regisseur Volker Metzler befeuert den Zuschauer in den nächsten zwei Stunden mit einer Flut von metaphorischen Bildern und schafft es, mit seinem Ensemble eine höchst spannungsgeladene Atmosphäre zu entwickeln. Die Rolle des Winter gestaltet Boris Schwiebert von Anfang an zynisch, kalt und menschenverachtend. Sein Sohn wird von Lisa Schützenberger sehr grotesk, körperbetont überzeugend gespielt. Wenn sie im zweiten Teil in einer Art Nina-Hagen-Verschnitt demagogische Reden hält, stockt einem manchmal der Atem. […] Die Zuschauenden müssen viel Gedanken- und Interpretationsarbeit im besten Brecht’schen Sinne leisten. Der text hält außerordentlich viel Nachdenkenswertes über unsere heutige und zukünftige Welt bereit, auch die Vergangenheit ragt mit hinein. […] Nichts ist zufällig in diesem Text.“

Thomas Irmer | Theater der Zeit (Heft November 2019) | 01.11.2019

„Die Atmosphäre in diesem sich über weite Strecken wie ein Drehbuch lesenden Dreiakter erinnert an dystopische Filmklassiker wie Andrej Tarkowskis ‚Stalker‘ oder Ridley Scotts ‚Blade Runner‘ mit ihrer Ästhetik der postapokalyptischen Industrieverrottung. […] Was als Nord-Süd-Konflikt in der Welt bekannt ist, wird hier als Aufstand der Cleaner von unten erzählt, wenn mit dem heranziehenden und vielleicht den Hof vernichtenden Sturm auch der Regen kommt – die Katastrophe ist hier die Hoffnung.“

Hartmut Krug | Die Deutsche Bühne online | 29.09.2019

„Wenn das Publikum ins Theater eingelassen wird, donnert ihm bereits Heiner Müllers ‚Befreiung des Prometheus‘ entgegen. Der Bürgersprechchor des Staatstheater Cottbus spricht den Text mit faszinierender Härte, und die Schauspieler hören ihm von einer Art Empore zu. Wenn sie hinabgestiegen sind, beginnt ein buntes Bedeutungsspektakel.“

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