Jonas Schlagowsky wurde 1987 in Wilhelmshaven geboren und wuchs in Friesland auf. Nach dem Abitur studierte er Schauspiel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main.
Schon während des Studiums spielte er am Schauspiel Frankfurt den Richard in Dennis Kellys „DNA“ (Regie: Robert Schuster). Die Inszenierung erhielt 2011 bei der Woche junger Schauspieler in Bensheim den Günther-Rühle-Preis für die beste Ensembleleistung. Gastengagements führten ihn an das Schauspiel Frankfurt, die Vereinigten Bühnen Bozen, das Stadttheater Klagenfurt, das Staatstheater Oldenburg, das Theater Heidelberg, das Theater Bonn und das Schauspielhaus Zürich, wo er mit Christian Stückl arbeitete. Sein erstes Festengagement trat er 2012 am Saarländischen Staatstheater an.
Von 2013 bis 2019 gehörte er zum Ensemble des Deutschen Nationaltheaters Weimar. Dort spielte er unter anderem Hamlet (Regie: Robert Schuster), Ferdinand in „Kabale und Liebe“, Mortimer in „Maria Stuart“, Malvolio in „Was ihr wollt“, Debuisson in Heiner Müllers „Der Auftrag“ sowie in der „Wallenstein“-Trilogie (Regie: Hasko Weber). Für seinen Demetrius im „Ein Sommernachtstraum“ wurde er 2016 in der Kritiker*innenumfrage von Theater heute als „Nachwuchsschauspieler des Jahres“ nominiert.
Mit Karen Köhlers Klassenzimmerstück „Deine Helden – Meine Träume“ spielte er über 170 Vorstellungen an Schulen in Weimar und ganz Thüringen. In den Aufführungen und den anschließenden Gesprächen ging es darum, Jugendliche für Rechtsextremismus und Rassismus zu sensibilisieren.
Seit 2015 ist er Teil der KULA Compagnie, einer transnationalen Theatergruppe mit Schauspieler*innen aus Frankreich, Israel, Afghanistan und Italien, die 2024 mit dem Preis des Internationalen Theaterinstituts (ITI) ausgezeichnet wurde. Mit ihr gastierte er in China, Spanien, Serbien, Norwegen, Italien, Frankreich, Österreich und der Schweiz. Zuletzt entwickelte die Compagnie eine Neufassung des jiddischen Klassikers „Der Dibbuk“ – mit europäischen, israelischen, algerischen und afghanischen Darsteller*innen. Das Stück war bei den Ruhrfestspielen und 2025 beim Akko-Theatre-Festival in Israel zu sehen.
2025 entwickelte Jonas Schlagowsky in seiner Heimatstadt Jever ein Klassenzimmerstück über Fritz Levy, den sogenannten „letzten Juden von Jever“. Das Stück erzählt eine lokale Geschichte über Antisemitismus und Erinnerungskultur; er spielt es bis heute an Schulen in Jever und Umgebung ab der 9. Klasse.
Zuletzt gastierte er am Staatstheater Regensburg als Alexander Sachs in „Manhattan Project“.
Neben dem Theater unterrichtet Jonas Schlagowsky Schauspiel an der UdK Berlin und steht für Film und Fernsehen vor der Kamera, unter anderem für den „Tatort“. Im Kino arbeitete er bereits mit Christina Friedrich zusammen.
Stand: September 2026
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